Ernährung

Ziele

Gesunde Ernährung: ein wesentlicher Bestandteil für Ihren Therapieerfolg!

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung kann einen entscheidenden Beitrag zu Therapieerfolg und Heilungsprozess Ihrer Tumorerkrankung leisten. Nicht nur, dass sie zu einem besseren Lebensgefühl sowie zu mehr Energie und Stärke führt. Sie kann auch den Krankheitsprozess positiv beeinflussen sowie das Auftreten von Infektionen hintanhalten. Eine ausgewogene, gesunde Mahlzeit sollte möglichst „bunt“ sein und Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette (hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs), Wasser, Vitamine und Mineralstoffe beinhalten.1,2  Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag stellen eine generelle Empfehlung für eine gesunde Ernährung dar.

Öster­reichische Ernährungs­pyramide

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Gut zu wissen

Jeder Schritt, sich bewusst zu ernähren, hilft!

Es kann sein, dass Sie therapiebedingt unter Appetitlosigkeit leiden: Versuchen Sie, das Essen auf mehrere kleine Portionen zu verteilen

Essen Sie, was Ihnen schmeckt, bzw. worauf Sie Lust haben – möglichst abwechslungsreich

Im Sinne einer Vitamin-, Mineral- und Ballaststoffreichen Ernährung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie in ihren Leitlinien Prostatakrebspatienten, weniger gesättigtes Fett, aber auch weniger Alkohol zu sich zu nehmen

Praktische Alltagstipps

Finden Sie gesunde Speisen und Lebensmittel, die Sie gerne essen

Probieren Sie jede Woche etwas Neues aus

Genießen Sie Ihr Essen mit allen Sinnen (Riechen, Sehen, Schmecken)

Nehmen Sie sich Zeit fürs Essen

Essen Sie nicht zu spät am Abend (vor 19 Uhr), um eine bessere Schlafqualität zu erzielen

Für einen optimalen Ernährungsstatus beobachten Sie regelmäßig Ihr Körpergewicht

Unter Hormontherapie kann es zu Hitzewallungen kommen: Vermeiden Sie daher in diesem Fall sehr heiße und stark gewürzte Speisen, ebenso können Kaffee und Alkohol Hitzewallungen auslösen

Wenden Sie sich bei Gewichtszunahme/ungewöhnlicher Gewichtsabnahme an Ihren behandelnden Arzt

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, bzw. Ihrem Diätassistenten/Ihrer Diätassistentin  über mögliche Mikronährstoff-Supplemente

So geht's: Ein gesunder Neuanfang

Überlegen Sie sich, wie eine exemplarische Woche/ein exemplarischer Tag bei Ihnen aussieht. Hierzu kann das Führen eines Ernährungsprotokolls/Fototagebuchs (siehe Download) hilfreich sein. Gibt es etwas, das Sie hinsichtlich einer gesünderen Ernährungsweise leicht verändern könnten? Grundsätzlich gilt: Jede noch so kleine Veränderung zu einer gesünderen Ernährung kann sich positiv auswirken! Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, bzw. Ihren Diätassistenten/Ihre Diätassistentin nach mehr Informationen. Auch hier kann ein ausgefülltes Ernährungsprotokoll hilfreich sein, um die eigenen Essgewohnheiten zu analysieren und bei Bedarf zu optimieren. Sollten Sie bspw. therapiebedingt an Appetitlosigkeit leiden, ist es wichtig, mehrmals täglich möglichst kleine Portionen zu sich zu nehmen.

10 Ernährungstipps

  1. Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung (Schwerpunkt: Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Geflügel und Fisch)
  2. Besonders gesundheitsförderlich ist eine mediterrane Ernährungsweise (Fisch, weißes Fleisch, gedünstetes Gemüse, pflanzliche Öle)
  3. Reduzieren Sie rotes Fleisch (Rind, Kalb), fettreiche Nahrungsmittel, Einfachzucker (Haushaltszucker und Süssspeisen4) sowie Milchprodukte
  4. Verwenden Sie hochwertige Pflanzenöle zum Kochen und für Salate (zum Beispiel Rapsöl, Leinöl oder Olivenöl)
  5. Backen oder dämpfen Sie Lebensmittel, anstatt sie zu frittieren
  6. Vermeiden Sie industriell verarbeitetes Fleisch (Wurst, Speck, Burger usw.)
  7. Achtung! Auch Mehlspeisen enthalten oft viel tierisches Fett (durch enthaltenen Dotter, Obers oder Butter)
  8. Nehmen Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich (Wasser, ungesüsster Tee/grüner Tee, klare Suppen)
  9. Grüner Tee (zwei bis drei Tassen am Tag) und Granatapfelsaft haben in einigen Studien eine positive Auswirkung gezeigt5,6
  10. Vermeiden Sie abends kohlenhydratlastige Mahlzeiten (Nudeln, Reis, Kartoffeln) zugunsten eiweißhaltiger Mahlzeiten (Hühnerfleisch, Fisch, Hülsenfrüchte)

Download Ernährungsprotokoll

Hier herunterladen

Hier finden Sie Hilfe

Bitte wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt oder eine Krankenschwester für weiterführende
Informationen. In vielen Krankenhäusern gibt es (kostenlose) Beratungen durch Diätologinnen.

Zusätzlich finden Sie eine Liste von Diätologinnen unter:

www.diaetologen.at

Onkologische Rehabilitation:

s. Österreichische Akademie für onkologische Rehabilitation und Psychoonkologie
www.oearp.at
– Sprechstunde onkologische Rehabilitation –
Telefon: 01/40400/70350

Hier finden Sie Infos

Broschüre der Österreichischen Krebshilfe:

Gesunde Ernährung bei Krebs, Ernährung bei Krebs, anzufordern unter www.krebshilfe.net
Kostenlose Krebshotline: 0800/699 900
(Mo–Do: 09:00–14:00 Uhr, Fr: 10:00–12:00 Uhr)

Allgemeine Informationen zum Thema Gesunde Ernährung finden Sie unter:

www.gesundheit.gv.at

Informationen des Forums Gesundheit zum Thema „Ernährung bei Prostatakarzinom“:
www.forumgesundheit.at

Allgemeine Informationen für Patienten finden Sie auch unter:
www.krebspatienten.info/
initiative/die-oegho.html

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Referenzen

  • Doyle C et al.: Nutrition and physical activity during and after cancer treatment: an American Cancer Society guide for informed choices. CA Cancer J Clin 2006;56(6):323 – 353.
  • Prasad KN, Cole WC, Cancer and Nutrition. 1998: IOS Press. ISBN 9789051993776
  • Berkow SE et al.: Diet and survival after prostate cancer diagnosis. Nutr Rev 2007;65(9):391 – 403.
  • Macheda ML et al.: Molecular and cellular regulation of glucose transporter (GLUT) proteins in cancer. J Cell Physiol 2005;202(3):654 – 662. doi:10.1002/jcp.20166
  • Bettuzzi S et al.: Chemoprevention of human prostate cancer by oral administration of green tea catechins in volunteers with high-grade prostate intraepithelial neoplasia: a preliminary report from a one-year proof-of-principle study. Cancer Res 2006;66(2):1234 – 1240. doi:10.1158/0008-5472.CAN-05-1145
  • Pantuck AJ et al.: Phase II study of pomegranate juice for men with rising prostate-specific antigen following surgery or radiation for prostate cancer. Clin Cancer Res 2006;12(13):4018 – 4026. doi:10.1158/1078-0432.ccr-05-2290
  • # Die österreichische Ernährungspyramide wurde für gesunde Menschen entwickelt und ist umso mehr allen Männern mit Prostatakarzinom ans Herz zu legen.